Auf neuen Wegen durch‘s Frankenland
Birgit und Jens hatten zum 12. September zu einer wie immer perfekt organisierten Wanderung durch eine bisher von uns noch nicht bewanderte Region eingeladen. Trotz schönstem Spätsommerwetter konnten sich nur weitere 6 Sektionsmitglieder zu einer Teilnahme entschließen. Jens hatte sich mit Ina und Rainer ortskundige Wanderfreunde von den Kulmbacher Naturfreunden zur Verstärkung dazu geholt. Somit konnten wir auf dem Weg einiges zu Natur und Geschichte erfahren.
Ausgangspunkt der Wanderung war ein Wanderparkplatz am Ortsausgang der kleinen Gemeinde Zultenberg. Den Ort erreicht man von der Ausfahrt Thurnau West über Kaserndorf nach ca. 8 km.
Auf gutem Weg leicht bergauf erreichten wir nach kurzer Zeit einen breiten Höhenrücken, von dem sich eine herrlich Rundsicht eröffnete. In östliche Richtung das Fichtelgebirge mit dem Fernsehturm am Ochsenkopf und dem in der Sonne hell leuchtendem Turm auf dem Schneeberg. Unter uns das wiete Tal des Mains mit Kulmbach als Hauptort. Deutlich waren das große Klinikum und die Brauerei zu erkennen. Nördlich über dem Maintal erstreckt sich der Frankenwald, der in seiner gesamten Lange zwischen Hof und Coburg zu überblicken war, Südlich liegt die von Tälern durchzogene Hochebene der Fränkischen Schweiz. Bemerkenswert viele Bänke am Weg, von wo aus man sie Aussicht genießen kann. Nachdenklich stimmte ein Gedenkstein für zwei Kinder, die 1947 bei der Sprengung von Restmunition ums Leben kamen.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir, immer auf der Höhe entlang wandernd, die verfallene Burgruine Niesten. Sie wurde wahrscheinlich etwa um 1000 errichtet. Ab etwa 1700 wurde sie nicht mehr genutzt und der Verfall begann. Eine große Standarte auf dem Rest der Mauern ist weithin sichtbar. Hier wurde eine ausgiebige Mittagsrast eingelegt, gestaltet durch interessante Infos von Ina und Rainer.
Dann folgte ein kurzer steiler Abstieg, teilweise gesichert, hinunter zur kleinen Ortschaft Krassach. Dem gleichnamigen Bach folgten wir bis zur Quelle. An dem dort angelegten Rastplatz wurde nochmal eine Pause eingelegt, ausgefüllt mit Gesprächen über Land und Leute, Bemerkenswert und ungewöhnlich für’s Frankenland; auf dieser Runde gibt es keine Gaststätte mehr! Offensichtlich hat auch hier das „Wirtshaussterben begonnen. Aber bei dem herrlichen Wetter hat Essen aus dem Rucksack im Freien auch was für sich. Das Bärental aufwärts, vorbei an einer Höhle, die von Steinzeitjägern benutzt wurde, erreichten wir ca. 2 km vor Zultenberg wieder den Hinweg. Damit war eine sehr schöne Wanderung beendet, zumal es am nächsten Tag durchgängig regnete.
Hans-Joachim Winzer



